Anläßlich der

Umwelt- und Verkehrsausschußsitzung am 17.05.2000

wurde uns Gelegenheit gegeben, unseren Standpunkt öffentlich zu erläutern. Hier der Text:


Die Anwohner der Kurt-Schumacher-Str. (nachfolgend KSS) machen sich Sorgen, was noch in Zukunft auf sie zukommen könnte.

Auslöser, uns konkretere Gedanken über die Verkehrssituation unserer Straße und Neu Wulmstorfs zu machen, war das Protestparker-Flugblatt.

Ein Halte- oder Parkverbot irgendwann vielleicht ausgelöst, weil die KSS zusätzlich durch Fremdparker zugeparkt ist, die zum -Einkaufszentrum oder zum verlegten Bahnhof nähe Liliencronstr. wollen, würde die Anwohner, deren erwachsene Kinder und Besucher stark treffen, weil es den benötigten Parkraum für sie rauben würde.

Gleichzeitig fragen wir uns auch, welche weiteren Verkehrsmengen das neue EKZ und der neue Bahnhof mit S-Bahn-Anschluß für die KSS und Liliencronstr. bringen wird.

(1996 waren es ja schon durchschnittlich 277 Fahrzeuge pro Stunde, im Feierabendverkehr über 400 pro Stunde; der Samstagvormittag ist auch sehr intensiv!)

Deshalb halten wir eine Straßenverbindung zwischen Liliencron- u. Bahnhofstr., nördlich der Bahnschienen, vorbei am neuen Bahnhof und geplantem Großparkplatz für unbedingt erforderlich. Und zwar so früh wie möglich, damit garnicht erst woanders (z.B. in unserer Straße) ein Chaos entsteht.

Zuerst muss eine weitere Ost-West-Querung gebaut werden, bevor der neue Bahnhof kommt (diese könnte dann auch als Baustellenanbindung später genutzt werden).

[Als westliche Umgehung wäre eine Verlängerung der Rudolf-Diesel-Str. mit Untertunnelung der Bahnschienen zur Liliencron- und Bahnhofstr., am verlegten Bahnhof vorbei sehr interessant.]

Die Ernst-Moritz-Arndt-Str. hingegen muss offenbleiben wegen des auch beträchtlichen Verkehrsaufkommens dort (ca. 200-280 Fahrzeuge pro Stunde lt. Zählung vom 19.01.2000).

Eine Schließung wäre unverantwortlich und für den Bürger auch nicht nachvollziehbar.

Wir meinen auch, dass man nicht auf die A26 als Entlastung warten darf. Denn die wird ja überhaupt nicht oder in frühestens 10 oder 20 Jahren gebaut. Zumindest wohl etliche Jahre später nachdem die S-Bahn da ist.

 

Eine Abordnung von vier Personen von uns hatte Ende April ein konstruktives Gespräch mit Herrn Plümer.

Wir sind dankbar, dass Herr Plümer ein paar Anregungen von uns aufgegriffen hat:

-Die Möglichkeit einer Ausschilderung, wonach es zum Gewerbegebiet die Bahnhofstr. geradeaus geht (u. nicht durch die KSS), wird durch die Gemeinde geprüft und hoffentlich auch umgesetzt.

-Die Anregung, sich an die Spediteure zu wenden, damit diese ihre Zulieferer besser anweisen, wird aufgenommen. (Wir hoffen, dass auch die Firma Meyn, deren Lkw’s wir öfter sehen, hier mit eingeschlossen ist).

-Eine Geschwindigkeitsmessung durch die Gemeinde in der KSS wird wiederholt, um hier aktuelle Daten zu gewinnen. (Die letzte fand in 1993 statt).

-Das Polizeikommisariat Neu Wulmstorf wird gebeten, Verkehrsverstößen in der KSS erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken, um

a) das Geschwindigkeitsniveau auf das zulässige Maß zu reduzieren und

b) den dort unzulässigen Schwerlastverkehr (über 3,5 t) herauszubekommen.

a) Zum Geschwindigkeitsniveau ist aktuell zu berichten, dass ein roter BMW bei seiner Rallyefahrt letztes Wochenende die Kurve von der KSS in die Liliencronstr. nicht ganz gekriegt hat. Die Reifen waren kaputtgefahren, vielleicht hat auch die Achse gelitten, zumindest stand das Fahrzeug bis zum nächsten vormittag fahruntüchtig dort.

Zwischen 22 und 0 Uhr scheinen öfter Rennen, besonders zum Wochenende, gefahren zu werden. Schade, dass zu diesem Zeitpunkt keine Polizei mehr in Neu Wulmstorf präsent ist.

b) Zum unzulässigen Schwerlastverkehr (1996 max. 16 Lkw je Stunde) steht fest:

Lkw über 3,5 t dürfen die KSS lt. Beschilderung nicht befahren.

Dies dient dem Schutz der Anlieger und dem Schutz der noch nicht ausgebauten Liliencronstr.!

Wir befürchten, dass nach Ausbau der Liliencronstr. die KSS für den Schwerlastverkehr freigegeben werden könnte. Uns graut bei diesem Gedanken!

 

Die KSS ist eine Sammelstr., die zu beiden Seiten dicht bebaut ist; und eine Verbindung zwischen Bahnhofstr. und Liliencronstr..(Gemeindeschr. v. 11.02.00)

Das ist den Anwohnern, glauben wir, auch bewußt.

Nur, - der Charakter als Wohnstr. mit Wohnqualität geht mehr und mehr verloren, denn die anstehenden Projekte (EKZ, Bahnhofsverlegung, Schließung der Ernst-Moritz-Arndt-Str.) gehen perspektivisch auf Kosten der KSS, die scheinbar "geopfert" werden kann.

Deshalb halten wir Maßnahmen für dringend erforderlich, die die Wohnqualität fördern und den Charakter der KSS als Wohnstraße unterstreichen.

Hierbei wünschen wir uns zwei Dinge, die lt.Herrn Plümer nicht für ihn in Betracht kommen, mit denen wir uns aber trotzdem an die Politik wenden wollen, da wir sie für sinnvoll und realisierungswürdig halten.

1. Eine Temporeduzierung auf 40 km/h oder alternativ Zone 30,

denn die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 37 km/h (1993), jetzt 43 km/h, sodass der Verkehrsfluß nicht behindert würde

aber ein klares Signal gesetzt würde: Achtung, bitte Rücksicht, hier soll das Wohngebiet und die Bevölkerung geschützt werden.

Die Funktion der Straße - Hauptverkehrs- und Sammelstr.- scheint andernorts eine Temporeduzierung nicht unmöglich zu machen,

z.B. in Neukloster (Tempo 40 auf der Hauptstr.),

oder die Stresemannstr. in HH, Tempo 30, obwohl es eine Bundesstraße ist (allerdings wurde dort auch vor Jahren ein Kind totgefahren und die Temporeduzierung dann demonstrativ gefordert).

Ich würde mir wünschen, dass wir es in Neu Wulmstorf auch ohne totes Kind (ich persönlich habe zwei Söhne) und Demo schaffen, zu tun, was vernünftig ist.

2. Wir wünschen uns Zebrastreifen: zumindest zwischen den beiden Spielplätzen, wo es auch zur Schule geht.

Die Querungswünsche halten wir für kanalisierungsfähig, da schon der vorhandene Pflanzstreifen stark kanalisiert,

ein Einüben des Schulweges zum Zebrastreifen keinen Umweg bedeutet und wegen der erhöhten Sicherheit für das Schulkind attraktiv ist.

 

Uns würde sehr interessieren, was die Parteien, vielleicht in manchen Punkten übereinstimmend, als Konzept anbieten, und freuen uns über Gespräche.

Herzlichen Dank!

Berndt Fuß im Namen einiger Haushalte aus der KSS